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Lärmaktionsplan in Riegelsberg

 

Im Juni wurde während einer spärlich besuchten Bürgerversammlung im Rathaus ein Gutachten über Verkehrslärm vorgestellt. Daraus ging hervor, dass insgesamt zehn Straßen in Riegelsberg und Walpershofen von täglich mehr als 8.200 Autos und LKW befahren werden. Dabei handelt es sich um die Saarbrücker Straße, Holzer Straße, Wolfskaul- und Hixberger Straße, Köllner Straße, Russenweg, Altenkesseler Straße, Salbacher Straße, Heusweiler Straße und Salbacher Straße.

Der dabei entstehende gesundheitsschädliche Verkehrslärm überschreitet bestimmte Grenzwerte. So leben 600 Menschen an den Straßen in Häusern und Wohnungen, die mit 70 Dezibel tagsüber und 720 Menschen leben an Straßen, die mit 60 Dezibel nachts „beschallt“ werden. Ärzte gehen davon aus, dass dieser stetige Verkehrslärm zu verschiedenen Krankheiten führen kann, wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Depressionen usw.

Daher müssen nun Maßnahmen ergriffen werden, damit dieser Lärm vermindert wird. So soll lärmmindernder Asphalt aufgetragen werden oder Tempo 30 eingeführt werden, schlug das Gutachten vor. Aber auch eine mögliche Umgehungsstraße wurde benannt.


Tempo 30, Flüsterasphalt oder Südumgehung?


In der September-Sitzung des Gemeinderates wurde die Verwaltung beauftragt, den Maßnahmenkatalog den dafür zuständigen Fachbehörden vorzulegen. Wir Linke wollten die Gelegenheit beim Schopfe packen und brachten auch die Südumgehung (man traut es sich ja schon gar nicht mehr zu sagen) ins Spiel. Wenn sogar ein Gutachten auf eine mögliche Umgehungsstraße hinweist, dann sollte man unseres Erachtens die Landesbehörden endlich dazu bringen, eindeutig Stellung in dieser Angelegenheit zu beziehen, damit endgültig Klarheit herrscht. „Wir haben jetzt mit dieser Lärmkartierung eine gute Möglichkeit, endlich einmal zu wissen: Geht es oder geht es nicht“, sagte Birgit Huonker.


Da zogen aber die anderen Fraktionen nicht mit und lehnte unseren Vorschlag ab. Man bezeichnete ihn als „Luftschloss“ oder befürchtete, dass dann weder die Umgehungsstraße noch die anderen lärmmindernden Maßnahmen umgesetzt werden würden. Was unserer Meinung nach Quatsch ist. Denn wenn die Bevölkerung nachgewiesenermaßen gesundheitsschädlichen Einflüssen ausgesetzt ist, müssen Behörden tätig werden – egal mit welchen Maßnahmen. Hauptsache, sie helfen. Nun wird wieder mal geprüft: Tempo 30 bzw. Flüsterasphalt oder vielleicht beides? Man wird sehen, wie die Stellungnahmen der Fachbehörden ausfallen. Und die Südumgehung bleibt auch weiterhin eine never-ending-story.